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04 Januar 2023 - Statistik der Unglücksraben

Schon wieder irgendein Grund der sich ganz ausgezeichnet dafür zu eignen scheint alle Geduld zu verlieren und, völlig zurecht, hervorzuheben wie viel Pech man doch eigentlich im Leben hat.

In meinem Leben soll gefälligst mit sofortiger Wirkung alles nur noch so laufen dass ich möglichst wenig Stress habe mit Vorgesetzten(,) Arschlöchern, Regeln, Ladenöffnungszeiten oder einer Busverbindung, die einfach so, mir nichts - dir nichts, gestrichen wird. Ganz ohne Hinweis.

Wozu braucht es immer wieder diese negativen Einflüsse von außen, die einem in die Suppe spucken und das Leben wieder ein Stück ungenießbarer werden lassen?

Man kann aus vielen Gründen heulen und sich selbst bedauern, ist dann halt scheiße! Probleme (er)trägt man, wie Schmuck, mit Fassung. Man geht sie sportlich an, macht den Rücken grade, spuckt dem Feind ins Gesicht. Wäre ja auch langweilig wenn einem, wie gefühlt nur den anderen, alles in den Schoß fiele.

Man stelle sich das mal vor, zum Improvisationsstopp gezwungen. Von einer höheren Macht die ab sofort sämtliche kleine und große Wehwehchen aus dem Weg räumt und die eben genannten anderen dafür um so mehr belastet. Eine lächerliche Vorstellung.

Mit dieser Einstellung wird man selbst zum Problem. Viel mehr sollte man sich fragen warum man sich gerade überhaupt wieder aufregt. Und wie lange der Ärger anhält, wie ein Braten im Ofen könnte man über Stunden genüsslich im eigenen Saft schmoren. Über das schöne Erlebnis heute Mittag vor der Arbeit an der Kasse im Geschäft mit den netten Menschen und den tollen Worten hat man sich nicht so lange gefreut, das war schnell wieder vergessen.

Aber Halt, das war ja auch was Gutes. Gute Sachen zählen in der Statistik der Unglücksraben nicht. Da zählt nur der Ärger. Schwarz auf Weiß, in dicken Buchstaben. Das Leben ist schlecht und ich bin nicht gewillt länger ein Teil dieses Übels zu sein!

Daher auch dieser ironische Beitrag. Ganz tief von unten raus spucke ich dem Feind meiner guten Laune ins Gesicht. Mich ärgern? Ist ja süß. Schlaf weiter.

Wir lassen uns, wie immer, was anderes einfallen, betrachten jede weitere Etappe als Herausforderung. Der Weg mag steinig sein, aber wir haben das passende Schuhwerk!

Ein verwelktes, mit Frost bedecktes Blatt eines Kirschbaums.