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06 Juni 2022 - Ruhezone Garten

Ich genieße den Gang in den Garten, gleich morgens, barfuß, mit einer Tasse Kaffee in der Hand. So drehe ich oft meine erste Runde, wenn Wetter und Zeit es zulassen. Heute morgen konnte ich dabei verschiedene geflügelte Insekten beobachten, wie zum Beispiel Schwebefliegen und auch verschiedene Bienen.

Mir ist aufgefallen dass "unsere" Schwebefliegen anscheinend recht wählerisch sind was die Blüten angeht auf denen sie sich niederlassen wollen. Sie fliegen mehrere an, prüfen diese, nur um gleich zur nächsten überzugehen. So gehen schon mal drei bis vier Blüten drauf ehe sie eine finden die ihnen zusagt.

Eine Schwebefliege sitzt in einer Glockenblume.

Schwebefliegen werden oft für gefährlich gehalten was gar nicht stimmt. Korrekt ist dass sie wichtige Bestäuber sind und wie so viele Insekten leider nach und nach aussterben. Um so schöner ist es sie so zahlreich bei uns wiederzufinden. Sie scheinen die Glockenblumen dem Storchschnabel vorzuziehen, was sicher an den großen Blättern und damit der besseren Landungsmöglichkeiten liegt. Oder sie können mit dem Storchschnabel weniger anfangen weil sie dort nicht, oder schwieriger an die begehrten Pollen kommen. Letzteres ist wahrscheinlicher.

Ich habe stimmig zu meinen Beobachtungen mal gelesen dass bei schlechterem Wetter Bienen meist eher fern bleiben und nur die robusteren Hummeln noch nach Nahrung suchen. Wie auf den heutigen Bildern an den wenigen Tropfen zu erkennen ist regnet es immer wieder mal kurz, die meisten geflügelten Insekten sind aufgrund der angenehmen Temperaturen und recht viel Sonne trotzdem zahlreich vertreten. Wäre es durchgehend bewölkt, kühler und windiger, sähe die Sache schon anders aus.

Auch wüsste ich gerne mal wo die alle wohnen. Die meisten werden in irgendwelchen Unterschlüpfen hier in der Nähe unterkommen, in alten Bäumen oder Mauern die nicht verputzt sind. Ein großes Volk wie die Nachbarn es jahrelang in der Hauswand hatten ist mir aber noch nicht aufgefallen. Selbst besagtes Volk scheint nicht mehr aktiv zu sein.

Was immer wieder mal schwankt ist die Zahl der Vögel im Garten, was vermutlich weniger am Futterangebot als an den vielen Katzen liegt. Zuletzt waren es vor allen Dingen Elstern die in den Garten kamen um mir innerhalb kürzester Zeit sämtliche Kirchen wegzufressen. Ich habe aber auch schon lange nicht mehr zugefüttert was ich ändern werde. Statt eine selbstgebaute Futterstelle aufzustellen bestelle ich dieses mal eine die leicht ist und die man möglichst hoch und fernab aller Katzen aufhängen kann.

Dann beobachte ich vor allen Dingen den Gartenrotschwanz dabei wie er sich irgendwo mit Insekten im Schnabel nieder lässt, die Spatzen suchen eher in der Baumkrone der Mirabelle nach Essbaren. Schwer zu sagen ob die Zahl der Vögel tatsächlich rückläufig ist, es kann auch andere Stellen geben die einfach mehr Ertrag bieten. So ist die Tage noch ein großer Schwarm Stare über uns hinweggezogen, und die Mauersegler sind schließlich auch noch da.

Eine Biene bedient sich am Pollen einer Glockenblume.

Wie auch immer, ich kann mich an den vielen Farben und dem Leben das der Garten innehat einfach nicht satt sehen. Müsste ich in einer Stadt leben, würde ich vermutlich innerhalb kürzester Zeit jämmerlich eingehen. Oder in einen Strebergarten ziehen, wer weiß.