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hosentaschenblog.org

16 Mai 2022 - Das Blog feiert Geburtstag

Heute vor einem Jahr veröffentlichte ich den ersten Beitrag, hosentaschenblog.org war geboren. In dieser Zeit sollten nicht nur 190 weitere Beiträge folgen, es gab auch einige Umbauten. Anfangs meist optischer Natur, setzte ich bald auf ein neues Format was nicht jedem gefiel. Überhaupt konnte einiges noch minimalistischer, aber auch übersichtlicher gestaltet werden. Alles in eine neue Form zu gießen, von verschiedenen Dingen abzukommen und manches Neue dazu zu nehmen, war eine der besten Entscheidungen die ich in dieser Zeit getroffen habe. Mein Entschluss dabei komplett auf Wordpress, PHP und vieles andere zu verzichten was Erleichterung verspricht bereue ich nach wie vor nicht.

Ging es anfangs in den Beiträgen oft um völlig unterschiedliche Dinge, bemühe ich mich heute so gut es geht mich auf einzelne Punkte zu konzentrieren. Die Beiträge werden dabei immer nach dem selben Schema verfasst. Ich lese gegen, korrigiere, lese gegen, korrigiere. Das kann dann schon mal länger dauern, oder ich werfe alles wieder komplett über den Haufen. Zum Beispiel schreibe ich an diesen Zeilen schon seit zwei Tagen immer wieder herum und werde doch nicht zufrieden. :) Die Kunst ist solange zu korrigieren und neu zu fassen bis es sich richtig anfühlt. Wobei sich nur auf eine einzelne Sache zu beschränken keine in Stein gemeißelte Regel ist. Unterschiedliche Themen kurz anzuschneiden macht aus einem langen Tag eine knackige Zusammenfassung. Das müsst ihr dann schon aushalten.

Das führt mich gleich zum nächsten Punkt, nämlich zum Zweifeln an den eigenen Worten. Man macht sich ja schon ein Stück weit nackig mit dem was man schreibt, man wird angreifbar. Oder zumindest könnte man Angst davor haben, was letzten Endes totaler Blödsinn ist. Wir denken alle unterschiedlich und interpretieren völlig individuell. Wenn man sich da zu viele Gedanken macht wie man Texte verfasst das sie bei möglichst vielen gut ankommen lässt man es besser gleich bleiben. Und doch gab es sie, die Momente des Zweifels.

Vom Anfang an steckte meine Schreibart in jeder einzelnen Zeile. Dennoch gibt es einige Beiträge die mir nicht gut gelungen sind, bei denen ich nicht ganz so sorgsam war und an denen ich mich auch heute beim lesen manchmal noch störe. Ich hadere mit ihnen, habe oft überlegt sie zu löschen. Inzwischen aber weiß ich, die machen die Sache erst rund. Bestenfalls dienen sie als mahnendes Beispiel die Dinge noch einmal zu überschlafen, ehe man sie veröffentlicht. Was gesagt ist ist gesagt. Ich lösche nicht, ich halte aus.

Schwarz-weiß Aufnahme eines Getreidefeldes.

Je nach Jahreszeit kommen Erinnerungen hoch, was das lesen alter Beiträge wieder spannend macht. Wie war das letztes Jahr? Welche Fotos habe ich gemacht, was erlebt? Ich denke dabei an so vieles, am liebsten aber an saftiges Grün, den Wind und die Vögel. Allesamt Zeugen eines erwachsenen Frühlings. Wenn man erst mal angefangen hat aufzuschreiben was man durch den Sucher sieht bekommen gerade die kleinen Dinge eine große Bedeutung.

Ansonsten bleibt alles wie gehabt. Die selbstgesetzte Frist von einem Jahr ist verstrichen, und auch wenn ich manchmal ernsthaft darüber nachgedacht habe dieses Projekt einzustampfen sehe ich letztendlich doch keinen Grund dazu. Klar es kostet Zeit, gleichzeitig ist das aber auch Qualitätszeit. Das Schreiben ist ein guter Ausgleich zu den Themen des Alltags. Was die Qualität meiner Bilder angeht, auch da habe ich mich weiterentwickelt, was mich nur um so mehr freut. Ziehe ich ein Resümee überwiegt das viele Positive manches Negative. Insofern ist alles schick. Das Blog hat seinen Zweck nicht verfehlt, und sich in einer Weise entwickelt die ich so anfangs nicht erwartet hätte. Ich harre also der Dinge die da kommen mögen, mit einem guten Bauchgefühl.

Abschließend denke ich an diejenigen die meine blumigen Texte gerne lesen, oder sich sogar zu Wort melden. Ich freue mich immer über Post, und wenn es nur eine kurze Wortmeldung ist. Rückmeldungen sind einfach zusätzliche Motivation, gibt einem das Gefühl nicht nur für sich alleine zu schreiben. Eigentlich passiert das noch viel zu selten. Denkt bitte deshalb auch daran dass dieses Blog vom Weitersagen lebt. Sicher gibt es auch andere wie euch, die mögen was ich schreibe.

In diesem Sinne, auf die nächsten 365. Macht's gut, bleibt standhaft und feiert die Feste wie sie fallen. Wobei das eine das andere durchaus gefährden könnte. :)