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25 Februar 2022 - Stehen zu demokratischen Werten

Als ich damit anfing diesen Blogbeitrag zu schreiben hatte ich eine große Demokratische Botschaft im Kopf. Den ganzen Tag schon wollte ich etwas zu dem schreiben was da gerade in der Ukraine vor sich geht. Immerhin leben dort Menschen wie du und ich die jetzt schreckliches durchmachen müssen, weil wenige es so entschieden haben. Sie müssen bluten, sterben schlimmstenfalls dafür. Über die Straßen, in denen gestern noch Kinder spielten, rollen heute Panzer. Tonnenschwere Kolosse aus Stahl. Gekommen um, wenn es sein muss, alles in Schutt und Asche zu legen. Durch den blauen Himmel, der Teil ihres Selbstverständnis ist und den sie stolz in ihre Flagge gewoben haben, rasen Kampfjets, wie unheilvolle Vorboten auf das was da kommen mag.

Ich bin ganz bei diesen Menschen. Weil ich mich mit ihnen identifiziere. Weil es mir Sorge macht, weil ich mich frage wie es weitergehen soll, jetzt da es Krieg gibt in Europa.

Ganz ehrlich, ich frage mich aber auch wo unsere Werte waren ehe alles nur noch von der Ukraine sprach. Vom bösen Russen, der seinen Reichtum in England in Häuser investiert und uns unser Gas liefert. Das alles gab es schon lange vorher, da störte es aber kaum jemanden. Zumindest nicht öffentlich. Was in den Fernsehgeräten gerade als starke Einigkeit verkauft wird, ist Teil des Spiels. Für viele geht es jetzt nur darum sich richtig zu positionieren, ins rechte Licht zu rücken. Wenn es darum geht Dinge kompromisslos umzusetzen werden die Reihen schon dünner. Wo mit Elend und Krieg Geld zu verdienen ist werde viele noch reicher werden.

Unvergessen sind all die Schwätzer die jüngst erst bewiesen haben wie wenig sie sich an die eigenen Regeln halten. Was kam nicht alles ans Licht während der Pandemie? Die Zeit in der die einen krank wurden, und die anderen feierten.

Ich mag es nicht wie Menschen von Weltkrieg sprechen. Haben sie denn nicht verstanden welche Bedeutung dieses Wort hat? Wie kommt es dass wir so leichtfertig und so schnell davon sprechen? Wenn Krieg uns eins genau aufzeigt, dann am ehesten unsere Endlichkeit. Nicht nur die unserer Leben, das alleine ist schon schlimm genug. Auch die Endlichkeit aller Dinge. Krieg bedeutet das Ende von so vielem was mit Schweiß und Entbehrung aufgebaut wurde. Was auf guten Hoffnungen und Wünschen für die Zukunft gewachsen ist wird kürzester Zeit aufgegeben, durch etwas neues ersetzt. Für ein vermeintliches höheres Ziel, für Eigeninteressen, für einen Befehl.

Ich hoffe dass wir alle gemeinsam es schaffen das Ruder noch einmal herumzureißen. Dass wir in der Krise stark genug sind. Wir haben das in der Vergangenheit bereits bewiesen. Aber leider, wir sind so viele. Und leider habe ich nur wenig Vertrauen in die Menschen. Es scheint fast als müsse die Hoffnung sich erst schlafen legen, ehe es einen Morgen geben kann.