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19 Februar 2022 - Asthma bronchiale

Endlich scheint wieder öfter die Sonne. Mit der Freude über besseres Wetter, von den momentanen Stürmen abgesehen, beginnen aber auch wieder alte Probleme. Mein Frau hat aus dem Kindergarten wieder eine Erkältung mitgebracht, ganz toll. Anfang der Woche ging es noch. Das rechte Ohr tat mir weh, leichte Schlappheit, nichts was man mit Paracetamol nicht in den Griff bekommt. Dazu waren die Temperaturen schwierig. Wer wie ich viel draußen arbeitet kennt das Problem sich passend zu den Temperaturen zu kleiden. Ist man zu warm angezogen schwitzt man, andernfalls kühlt man aus. Da ich Kälte wegen meinem Asthma überhaupt nicht gut vertragen kann habe ich meistens einen Schal und eine dicke Weste übergezogen. Ich muss sagen dass ich in den letzten Tagen wieder relativ gestresst war. Es gab keinen besonderen Anlass für dieses innere Chaos, hatte soweit aber alles unter Kontrolle. Gestern führten dann alle diese Faktoren dazu dass ich schon morgens einen Asthmaanfall hatte und nicht in die Pötte kam. Nachdem ich mein Notfallspray inhaliert hatte legte ich mich wieder ins Bett. Das tat gut, bin eine Stunde später wieder aufgestanden und fühlte mich ausreichend stabil. Ich habe gekocht, leichte Hausarbeiten verrichtet und bin letztendlich zur Arbeit gefahren. Wie schon in der Vergangenheit wurde es mir dann während der Fahrt wieder schlagartig schwindelig, Luftnot setzte ein. Am Arbeitsplatz angekommen inhalierte ich ein weiteres Mal mein Notfallspray, ich wollte arbeiten. Nach etwas Wartezeit ging ich in den Betrieb und widmete mich den anfallenden Tätigkeiten. Dabei hustete ich sehr viel zähflüssigen Schleim ab, was mir anfangs Erleichterung verschaffte. Die nächste Atemnot setzte nur knappe neunzig Minuten später wieder ein. Die Zeichen waren eindeutig, ich würde die Schicht nicht durchstehen und beschloss wieder nach Hause zu fahren. Das an einem Freitag, welche Schande. Ich wusste die Reaktionen würden negativ sein, das war mir aber egal. Ich wollte schließlich nicht früher ins Wochenende, in diesem Zustand ist man einfach nicht leistungsfähig. Das interessiert Nichtbetroffene leider selten. Ein "Arbeitskollege" hat dann etwas sehr verletztendes gesagt über das ich auch heute noch immer nachdenke. Ich hätte dich sowieso nicht gebraucht! Danke, genau was ich brauche. In dem Moment war ich zu fertig, die Abrechnung folgt aber kommende Woche, dann nehme ich ihn in die Mangel. Ich habe ihm bei Schichtbeginn gesagt dass ich bereits zwei Asthmaanfälle hatte und dass ich dementsprechend langsam machen würde. Da kam schon keine Reaktion, er zog es vor von den für ihn interessanten Dingen zu sprechen. Und das von dem Mann welcher genau dieses Verhalten erst kürzlich an jemand anderem bemängelt hat. Man muss wissen dass der Mann komisch sein kann. Mal spricht er ordentlich mit einem, dann lässt er einen wieder Links liegen und behandelt einen wie Dreck. Dieser Mensch ist einfach nur erbärmlich und den Ärger nicht wert, ich halte es trotzdem für eine riesen Schweinerei wie ich ausgeschlossen und stigmatisiert werde nur weil ich ausfalle. Ich beherrsche meinen Job, ich erledige meine Aufgaben selbstständig und muss mich nicht hinter anderen verstecken. Was soll dann dieser respektlose Umgang? Manche Menschen können so unfassbar engstirnig und eingenommen sein, unglaublich.

Ich glaube eine der schlimmsten Nebenwirkungen von Asthma ist die dass Menschen einen nicht ernst nehmen. Wenn das hier also jemand liest der jemanden kennt der Asthma hat, seid geduldig und gebt den Betroffenen Zeit. In der Regel möchten diese gerne funktionieren, alles leisten und noch mehr. Leider nimmt ihr Körper darauf in diesem Moment so gar keine Rücksicht. Während und auch nach einem Anfall hat man körperlich und seelisch genug zu tun, belastet die Menschen also bitte nicht noch zusätzlich indem ihr sie verurteilt. Zeigt Verständnis und Mitgefühl. Wenn ihr uns helft diese Last zu tragen bekommen wir schon sehr bald wieder besser Luft und belohnen euch zum Ausgleich mit Liebe und Anerkennung.