Leicht - Kompakt

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11 Dezember 2022 - Wochenendrückblick

Derzeit profitiere ich sehr stark, wie man auch schon am heutigen Bild erkennen kann, vom Backdrang meiner Frau. Ich hatte bereits an anderer Stelle erwähnt dass sie neulich Gastgeberin war, die eigens bestellten Teile sind inzwischen alle angekommen. Gleich am Samstag Morgen hat sie zwei wirklich sehr leckere Brote gebacken. Die Kruste wird ihrem Namen gerecht, was auf einer Seite ein schönes Erlebnis ist, auf der anderen Seite hat man nach zwei drei Scheiben leichten Muskelkater in der Kiefermuskulatur. Das ist kein Mangel am Brot, sondern ein Rückschluss auf sonst zu weiche Speisen. Die Brote sind jedenfalls top, genauso wie der Lebkuchen-Kuchen den sie heute wieder gebacken hat. Ich brauche also keine Angst haben dass ich plötzlich unterversorgt wäre, womit ich selbstredend sehr zufrieden bin.

Ich war meinerseits Samstag Morgen zum Friseur geladen. Mein Haar reichte mir inzwischen locker bis unter die Brustwarzen, was eindeutig zu lang ist. Zu unpraktisch, ständig im Weg, einfach nicht mehr schön. Ich kam also dort an und verkündete dass sie heute ab kämen. Möglichst knapp, aber schnell. Wie ich so da saß kamen mir die ersten Zweifel. Sollte ich die letzten drei Jahre einfach so wegwerfen? Nein, der Schnitt wäre sprichwörtlich zu krass. Die Friseuse meinte auch dass wir lieber etappenweise vorgehen sollten, also jedes Mal ein paar Zentimeter. Ich ließ die Haare also nur bis zur Schulter abschneiden, was schon gute 15 - 20 cm waren. Damit geht es mir wieder deutlich besser, diese Entscheidung war eine Gute. Die Haare sind noch immer lang, aber nicht mehr so präsent und störend wie vor meinem Besuch. Ich denke gar nicht daran sie noch weiter abzuschneiden, auch wenn ich nach Ansicht der im Haushalt lebenden Hexen noch immer scheiße aussehe. Was will man als Hexe aber auch anderes sagen, man schaut ja schließlich nie selbst in den Spiegel. Wir haben uns gegen Farbe entschieden, meine natürliche Haarfarbe ist vollkommen in Ordnung und fügt sich wunderbar ins stärker werdende Grau ein. Auch meine Geheimratsecken werden immer sichtbarer, liegt sicher daran dass ich mir laufend an die Stirn fasse bei der Betrachtung des Weltgeschehens.

Ein frisch gebackenes Brot auf einem Rost zum abkühlen abgelegt.

Ansonsten habe ich den Samstag genutzt um Holz zu schneiden. Ich hatte wieder einiges von der Arbeit mitgebracht und in den letzten Wochen zum Trocknen in der Garage aufgestellt. Auf Länge geschnitten spalte ich alles nach und nach auf und verstaue das Holz in Körben wo es dann im Brennraum, dort steht der Brenner der Zentralheizung, noch nachtrocknen darf ehe es seinen letzten Dienst im Ofen tut. Das meiste ist Fichte was aber nicht stört, denn kostenloses Holz brennt immer schön.

Seitdem Motte am Freitag seine Fäden gezogen bekam, den Kragen hatte er seit Mittwoch schon nicht mehr auf, darf er auch raus. Das freut den Pittelkater, weil er nun endlich mit seinem Spielkamerad auch den Garten unsicher machen kann. Als ich heute Nacht wach wurde ging ich nachschauen ob letzterer draußen war. Im Halbschlaf hatte ich Motte ganz vergessen, erinnerte mich aber ganz schnell wieder als der plötzlich mit einem riesen Satz und weit aufgerissenen Augen an mir vorbei huschend in die Dunkelheit sprang. Weit kam er aber nicht, denn es hatte gefroren und war dementsprechend saukalt, weshalb ich nur einmal kurz mit Futter rascheln musste um ihn wieder rein zu locken. Im Moment spielen beide draußen, es schneit. Das ist der erste Schnee für Motte. Heute Morgen hat er nach dem rausgehen einen Vogel gefunden den der Pittelkater vorsorglich vor der Tür abgelegt hatte. Weil ihm doch noch ein wenig vorm draußen sein grault nahm er den armen Kerl kurzerhand einfach wieder mit rein, um diesen dann unter der Küchenbank auseinanderzunehmen. Den Vogel habe ich kurzerhand wieder entfernt, ihr könnt euch vorstellen wie Motte geschaut hat.

Ansonsten bleibt alles wie gehabt, schlechten Menschen geht es immer gut. Naja, meistens. Gestern Abend bin ich sehr früh auf der Couch eingeschlafen und dort auch für mindestens sechs Stunden liegen geblieben. Dementsprechend fühlt sich heute auch meine linke Schulter an, die schmerzt wie Bolle, strahlt in den Hals. Sowas mag ich ja gar nicht, schmollend tröste ich mich mit Kuchen.

Ein gemeinsamer Bekannter von Alex und Holger hat nach Aussage von Alex halbweise.de als Weltuntergangsblog bezeichnet. Dazu kann ich nur sagen, mit Blumen machen schon andere. Die Welt wird nicht besser wenn man immer nur alles durch die rosa Sonnenbrille betrachtet, man muss Scheiße auch mal beim Namen nennen. Und so negativ sind wir ja gar nicht. Im Gegenteil, dass wir in manchem so gleich denken ist schon fast eintönig. Die räumliche Trennung ist wirklich schade. Gerne würde ich mit den beiden mal ein ganzes Wochenende verbringen damit man sich mal richtig kennenlernen kann. Sich hinsetzen, gemeinsam Speiß und Trank genießen und sich austauschen. Sich hören, sehen, Mimik deuten, Argumente in Realzeit austauschen und verstehen wie der andere tickt. Diese Dinge zu deuten ohne jemanden mal real gesehen zu haben fällt mir wirklich schwer. Ich denke das würde insbesondere Alex und mir ganz gut tun. Ich habe den Eindruck wir beide werden auseinander nicht immer ganz schlau. Jedes Mal wenn ich Alex als totalen Idioten abstempeln wollte kam er mit irgendwas um die Ecke was mich total beeindruckt hat. Es wird also Zeit, vielleicht findet man ja irgendwann mal die Zeit dazu.