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04 Februar 2022 - Fleischlose Frikadellen, Gott bewahre!

Gestern ist es passiert, ich habe vegane Frikadellen gegessen. Völlig unvorbereitet, fast unbeabsichtigt, aber zunächst mal auf Anfang.

Meine Schwägerin, ihres Zeichens neugierigstes weibliches Wesen dass jemals auf diesem Planeten existiert hat, hat mal wieder von irgendwo einen Kontakt ausgegraben. Die kennt alles und jeden, ist gut vernetzt über WhatsApp und das Fratzenbuch und findet immer wieder Mittel und Wege von irgendwoher Nahrung beizuschaffen. In diesem Fall hat sie just in dem Dorf in welchem auch mein Brötchengeber einen Standort pflegt eine Lebensmittelretterin ausgemacht. Die nette Dame arbeitet in einem Lebensmittelgeschäft und befindet sich somit direkt an der Quelle. Sie macht Bilder von den vorhandenen Lebensmitteln, stellt die Bestellungen zusammen und verteilt sie. Alles natürlich kostenlos und ehrenamtlich. Man kann diese Frau also quasi als moderne Heldin bezeichnen. Gestern Abend nach der Spätschicht also bin ich dorthin und wurde gleich freundlich empfangen. Der Karton für meine Schwägerin stand bereit, nebst einigen anderen Bestellungen und Artikeln die noch nicht vergriffen waren. Coronakonform fand alles auf dem relativ beleuchtetem Hof statt. Bedien dich ruhig, es sind noch genug Dinge da!. Wie wir so ins Gespräch kamen und sie mir erzählte dass Geldspenden an den Kinderhospiz gingen und es unverschämte Menschen gäbe die bei ihr aufkreuzten um sich zu beschweren ob das alles sei griff ich eine Packung Frikadellen aus dem Sortiment. Abgelenkt von meinem Ärger über schlechte Menschen die einem geschenkten Gaul ins Maul UND in die Hinterpforte schauen freute ich mich bereits unterbewusst und ohne große Prüfung über ein leckeres Abendessen und packte die Frikadellen zu Broten, Kartoffeln, Tomaten, Knäckebrot, Brötchen, Käse und verschiedenen Suppentüten. Ich schätze den Warenwert der Kiste auf mindestens dreißig Euro. Die Mutti war echt nett und ich versprach wieder zu kommen. Leider hatte ich kein Bargeld dabei, beim nächsten Mal gibt es dann einen extra Aufschlag. Ich fände es nicht richtig nichts zu geben, bin froh dass Menschen sich solche Mühen machen und ärgere mich dass diese sich dann auch noch Frechheiten anhören können. Aber so sind Menschen, wahnsinnig.

Naja, Zuhause angekommen stellte ich dann fest um welche Art von Frikadellen es sich handelte. Die sind ja vegan!!! So verzweifelt muss ich geklungen haben. Hilft ja nix, das wird jetzt getestet. Zwischenzeitlich kam die Schwägerin zu Besuch, mehrere alkoholfreie Radler wurden geköpft und die Küche wurde erfüllt von einem leichten bruzzeln in der Pfanne. Ich servierte das Mahl und was soll ich sagen, die Dinger schmecken richtig gut. Wer da nicht auf Fleisch verzichten will ist selber schuld. Da ich noch keine Erfahrung mit den Dingern hatte hätten sie noch ein wenig länger bruzzeln können, geschmacklich waren sie aber top und ich bin sicher dass es sie und ähnliche Produkte nun öfter geben wird.

Das Mädchen liegt mit Schal und Wärmflasche im Bett und sieht ganz elend aus. Ein PCR-Test wurde wie erwartet gar nicht erst gemacht, wir bekamen Imupret verschrieben. Wir heilen sie nun ganz altmodisch. Sie verbringt ihre Tage im Bett, warm eingepackt und bekommt Suppe und andere leicht verträgliche Kost eingeflößt. Es wird noch ein wenig dauern, dann wird sie wieder frech und unruhig werden und alles ist wieder gut. Nachher soll ich noch in ihre Schule um einige Bücher zu holen damit sie sich auf die kommende Woche vorbereiten kann. Natürlich könnte ihr Bruder, der zufälligerweise die selbe Schule besucht, diese Bücher aus dem Spinnt nehmen und ich müsste nicht extra fahren. So motiviert ist er dann wohl doch nicht und natürlich gälte es verschiedenste Barrieren organisatorischer Art zu überwinden weswegen es selbstverständlich um ein vielfaches einfacher ist wenn ich all das erledige. Was tut man nicht alles bis sie volljährig sind nur um am Ende vorgehalten zu bekommen dass man sich ja nie gekümmert hat. 😒

Gestern hatten wir wieder eine Betriebsratssitzung. Ein Kollege der IG Metall Trier war zugegen, wir verbrachten einige angenehme Stunden. Spätestens am 31 Mai 2022 endet offiziell unsere Amtszeit und ein neuer BR leitet unsere Geschicke. Wir werden sehen.

Zum Abschluss noch eins. Ich meine, hilft ja alles nichts, heute ist schließlich Freitag. Der Freitag ist ein besonderer Tag weil die Arbeit im Anschluss für zwei Tage ruht, wenn man diesen erst einmal ohne größere Verluste durchstanden hat. Das wäre auch vollkommen in Ordnung so, folgte darauf nicht der Montag. Ein widerlicher Tag, aber was erzähle ich euch? Ihr seid Füchse, ihr wisst was der Montag im eigentlichen Sinne bedeutet. Von daher wünsche ich ein angenehmes Wochenende. Denjenigen die am Wochenende durcharbeiten drücke ich die Daumen.