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28 Januar 2022 - Das kann dir dein Friseur erzählen

Ich war heute also beim Friseur. Man bot mir eine Kopfmassage an, und nachdem mir versichert wurde dass diese im Preis inbegriffen sei willigte ich ein. Nach einer Haarwäsche unter angenehm temperierten Wasser quittierte ich diese mit einem angetanen Lächeln. Der Betrieb hat viel neues Personal, bestehend aus drei jungen Mädels und einer Vera. Die Mädels waren wirklich sehr nett und wir kamen schnell ins Gespräch. Vera dürfte nur leicht Älter sein als ich und ist vor einiger Zeit mit ihrem Mann aus der Trierer Ecke zu uns in den Hunsrück gezogen. Sie hat eine neunjährige Tochter die am liebsten auf ihrem BMW-Bobbycar fern sieht. Ihr Mann arbeitet in Wittlich, letztes Jahr verbrachten sie ihren Urlaub in Italien. Das war recht spannend wegen Corona, das Wetter war super. In Deutschland ist es ja immer nur neblig und kalt, warum sich also nicht mal was gönnen. Apropos gönnen, eine Kopfmassage kann man sich ja auch ab und an mal gönnen. Als ich erzählte dass ich meine liebe Frau in Zukunft dafür einspannen würde erzählte mir eins der Mädels dass sie ihren Freund auch immer massieren müsse, es aber keine Gegenleistung gäbe. In Gedanken riet ich ihr ihrem Freund die Sache einfach mit gewissen Anreizen schmackhaft zu machen, da sie aber noch klein ist stellte ich nur fest dass die einen eben geben und die anderen dafür nehmen. Der neue Termin steht bereits. Ich habe wieder so eine blöde Treuekarte bekommen die ich beim nächsten mal einfach vorzeigen soll. Geht genauso wie mit der Brotkarte beim Bäcker. Man bekommt einen Stempel, legt das blöde Ding in den Geldbeutel und es ward nie mehr gesehen. Aber egal, ich habe die Haare wieder schön zu einem netten Preis mit viel Gespräch und einer astreinen Kopfmassage. Das Wochenende kann starten.

Im Anschluss ging es auf direktem Weg nach Hause, denn das erste von zwei Elterngesprächen wartete bereits. Heute sprachen wir mit den Lehrern unserer Tochter, die allesamt sehr angetan von ihr sind. Glück für Fräulein. Wir haben etwa zehn Minuten gesprochen und sind uns über gewissen Nachholbedarf, aber auch über den Fleiß und den Einsatz den unser Kind an den Tag legt einig. In den letzten beiden Jahren konnten wir einen starken Wandel beobachten, inzwischen ist sie viel selbstbewusster und auch sicherer geworden. Wir freuen uns darüber, und auch dass sie gerne zur Schule geht. Wir haben in der Vergangenheit bereits gegenteiliges erlebt, verbunden mit einer ernsthaften Depression und vielen Zweifeln. Am Montag steht dann das zweite Gespräch an, mit den Lehrern des Großen. Dort wird es mehr Gesprächsbedarf geben, die Stimmung in dieser Lerngruppe scheint zu kippen. Für uns als Eltern ist es natürlich schwer zwischen den Aussagen der Kinder und der Lehrer die Wahrheit zu erkennen, inzwischen kam aber bereits von verschiedenen Seiten Kritik die ich aufgreifen möchte. Es soll gesagt sein dass von einem Lehrer von allen Seiten viel erwartet wird. An dieser Schule gab es leider bereits gewaltsame Auseinandersetzungen und einer Lehrerin wurden sogar Rippen gebrochen. Das und einiges mehr sind Dinge die für schlechte Stimmung sorgen und negativen Einfluss auf den Unterricht haben können. Auf der anderen Seite dürfen einzelne Ausreißer keinen Einfluss auf den überwiegend positiven Rest der Schülerschaft nehmen. Schule ist mehr als nur ein Ort um zu lernen, sie ist auch ein Spiegel unserer Gesellschaft. Dort kommen viele verschiedene unfertige junge Menschen zusammen was zwangsläufig zu Ärger führt. Es ist ja auch nicht so dass es nur schlechtes zu berichten gäbe, die Zeiten sind aber doch andere als noch vor zehn, zwanzig Jahren. Es ist kein Geheimnis dass viele Eltern aus den verschiedensten Gründen überfordert sind, und Kinder über die Stränge schlagen. Wir werden sehen was es zu klären gibt. Allerdings habe ich auch kein Problem damit Streit anzufangen, die Zeiten dass wir immer versuchen alles im Lieben und Netten zu klären sind definitiv vorbei. Leidtragend wäre in diesem Fall aber unser Sohn, was natürlich unbedingt zu vermeiden ist.

Vom Wochenende verspreche ich mir vor allen Dingen Sonne. Außerdem habe ich vor das Bad zu streichen. Es gab ein paar Risse im Lehm die ich kürzlich ausgebessert habe, jetzt fehlt nur noch der Anstrich. Bisher war das Bad immer Sonnenblumengelb, nun möchte meine Frau es mit Weiß versuchen. Soll mir recht sein, ist ja schnell gemacht. Den Grill könnte ich auch wieder aufbauen. Das nehme ich mir schon so lange vor, allmählich wird es Zeit Wünsche in Taten umzusetzen.

Über einen neuen Kollegen lästere ich die Tage mal. Er ist im Grunde nett und umgänglich und steht noch unter Welpenschutz, allerdings gibt es auch Kritikpunkte die ich bei Lust und Laune mal aufdröseln werde.