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21 Juni 2022 - Die Schere

Es gibt Dinge, um meine Mutter zu zitieren, die kann ich leiden wie Bauchweh. Nämlich gar nicht. Darunter fällt im Moment eine verloren geglaubte Schere die ich mir einst für anfallende Bürotätigkeiten zugelegt hatte.

Es passiert immer wieder mal dass die Kinder sich Dinge "borgen". Wie einen Locher zum Beispiel, oder besagte Schere. Ich habe nichts gegen das borgen, auf Zeit versteht sich. "Auf Zeit" ist dabei fest definiert und erklärt einen genauen Zeitraum als auch eine feste Vorgehensweise. Soll heißen man nimmt sich einen Gegenstand und bringt diesen nach getaner Arbeit wieder zurück an seinen angestammten Platz. Damit halten die Kinder es leider nicht immer ganz so genau. Plötzlich wechseln Dinge den Besitzer, finden einen neuen Aufbewahrungsplatz in irgendwelchen Schubladen oder sonst wo und bleiben Mir Nichts Dir Nichts verschollen. Wie dieser eine Brieföffner den ich mal hatte. Hatte. Und wenn man dann fragt will es natürlich keiner gewesen sein.

Natürlich werden Dinge auch mal verlegt, soll ja vorkommen. Wahrscheinlich ist diese Schere auch nur eins dieser Dinge die man halt eben mal verlegt, taucht eventuell irgendwann auch mal wieder auf. Mich ärgert es trotzdem. Sie fehlt, auch wenn ich sie nicht unbedingt oft genutzt habe. Der Platz an dem sie gelegen hat ist jetzt leer. Wenn ich eine brauche muss ich ins Untergeschoss gehen, die Küchenschere nehmen und diese nach getaner Arbeit zurück ins Untergeschoss bringen. Es sollte klar sein mit welchen Komplikationen dieser unangemessene Mehraufwand verbunden ist.

Es soll auch schon Situationen gegeben haben an denen die Kinder, bisher kamen sie nicht besonders gut weg mit meinen Anschuldigungen, in keinster Weise beteiligt waren. Da waren es nachweislich die Eltern die Sachen "verlegt", oder "geborgt" haben. Das kommt natürlich äußerst selten vor, versteht sich doch von selbst. Wir sind schließlich ordentliche erwachsene Menschen, uns passiert so etwas nicht. Kaum. Selten.

Es hilft nichts. Die Schere bleibt verschollen, fürs Erste. Und wer weiß, irgendwann öffne ich vielleicht eine Schublade, eine Dose oder eine Tasche und Zack, fällt sie mir in die Hände. Daher ist es unfair den Kindern gegenüber. Die Schere ist schließlich nicht verloren, sondern höchstens geborgt. Sie befindet sich bestenfalls noch immer innerhalb dieses Haushalts. Im Prinzip kenne ich nur den genauen Standort nicht. Kommt aber noch. Irgendwann. Spätestens bei der nächsten Kinderzimmer-Müllentsorgungsorgie, oder wenn ich Ersatz besorgt habe.

Da sieht man mal wie es einem bei Einhaltung dieses Prinzips "Ordnung" ergeht. Kann ich leiden wie Bauchweh.

Eine Wespe trinkt aus einer großen Blüte.