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19 Juni 2022 - Kinder, eigene Wege

Was mal ist wenn die Kinder aus dem Haus sind, dazu trafen Frau Novemberregen und auch Alex neulich ganz unterschiedliche Aussagen.

Aus beiden Beiträgen lese ich eigene Gedanken und Erfahrungen heraus die ich mit unseren Keimlingen so mache. Auf der einen Seite halte ich es wie Alex, ich will nicht mehr über alles Bescheid wissen und bin mindestens genauso genervt von dem ganzen Schulkram, von dem zumindest der Große immer weniger hören will.

Beide machen sich Gedanken über ihre Zukunft, über die kommenden 3-4 Jahre, über Verdienst oder zumindest Praktika. Das ist eine gute Entwicklung, ich denke da haben wir in den vergangenen Jahren viel richtig gemacht.

Spannend fand ich, wie M. und Frau Novemberregen gemeinsam leben, und doch eigene Wege gehen. So ist es bei uns auch immer mehr. Gab es früher mal Beschwerden da man keine Zeit hatte, oder sie sich nicht nahm, dient man heute vorrangig als Taxi, Besorger von Dingen oder Löser für noch unüberwindbare Probleme. Die Kinder gehen immer mehr ihre eigenen Wege und sagen auch immer öfter Dinge die ich guten Gewissens unterschreiben kann, oder die kritischer werden. Dabei komme ich nicht immer gut weg.

Ich denke würden die Kinder morgen ausziehen täte sich nicht viel ändern. Zum einen wäre ich nach wie vor sehr besorgt ob es ihnen gut ginge. Haben sie alles was sie brauchen, kommen sie Finanziell über die Runden, gibt es irgendetwas das ich tun kann? Ich habe Angst um die Sicherheit meiner Kinder, jedes mal wenn sie draußen unterwegs sind habe ich schreckliche Angst. Weil ich Mütter kenne die Söhne beerdigt haben, weil ich Männer kenne die junge Brüder beerdigt haben. Auf der anderen Seite, sie werden ihren Weg schon gehen, ich bin meinen schließlich auch gegangen. Beide wissen was sie wollen, beide haben Potential.

Ich denke das einzige was sich ändern wird wenn die Kinder ausziehen wird sein, dass es stiller werden wird im Haus. Wir werden ein Leben leben in dem wir noch immer Eltern sind, aber keine kleinen Kinder mehr haben die einem zwar nie gehört haben, die man aber viele Jahre umsorgt hat.

Mit etwas Glück werden vielleicht in ein paar Jahren kleine Stöpsel zu Besuch kommen, uns Oma und Opa nennen, nach vollgeschissenen Windeln stinken und uns an ihre Eltern erinnern. An die Zeit als diese selbst noch klein waren, und wir noch jünger. Wir werden auch diese Zeit sehr genießen und unser bestes geben den Kindern nach wie vor alles Gute zukommen zu lassen, denn dafür leben wir schließlich. Wir leben für das Glück unserer Kinder, für den Fortbestand unserer Art. Wichtig ist dabei nicht das eigene Glück aus den Augen zu verlieren, jeden Moment auszukosten und nichts zu bereuen.

Schwarz Weiß Nahaufnahme einer Glockenblume.