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Ein Säckel voller Geschichten

16 September 2021 - Irgendwas mit Kindern, Mündigkeit und Messengern

Inzwischen kann ich sagen dass das für Kinder gedachte, auf Thymian-Myrte basierende Balsam sehr gut wirkt. Gestern Abend war das Engegefühl in der Brust wieder etwas ausgeprägter, nachdem ich mich eingerieben und die Nacht sehr gut geschlafen habe war ich nach dem Aufstehen dann doch wieder komplett frei. Kein Infektgefühl, keine Kopfschmerzen, so wünsche ich mir das. Ihr kennt das sicher auch, ein Infekt befällt in der Regel nach und nach die ganze Familie. So fing mein Sohn gegen Montag Mittag ebenfalls an zu kränkeln, wie auch inzwischen meine Frau. Nur die Tochter blieb bisher verschont. Fräulein hat allerdings im Moment genug Arbeit mit ihrer festen Zahnspange, die wurde ihr gestern implantiert. :D Es tut etwas weh, aber wegen diverser gesundheitlicher Problemchen die sie schon seit Klein auf plagen ist das Mädel hart im Nehmen. Sie sieht schon erste Fortschritte, und auch wenn der Weg dorthin echt unangenehm ist macht das Ergebnis am Schluss alles wieder gut. War bei unserem Sohnemann auch so.

Eine Hornisse beißt Stücke aus einem Apfel. Darunter sitzt eine Fliege

Digitale Mündigkeit, dazu wurde vermutlich schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem. An sich ist das aber auch ein Thema über das man nicht oft genug sprechen kann, denn anscheinend gibt es trotz allem immer noch einen riesigen Nachholbedarf. Ich will gar nicht zu weit ausholen, versuche in wenigen Sätzen das wichtigste zu sagen und beziehe mich als Referenz auf unsere eigenen Erfahrungen. Ich will auch gar nicht mit dem Finger auf andere Eltern zeigen und uns selbst in den Himmel heben, auch wenn es sich so lesen mag. Was Erziehung angeht hat jeder sein eigenes Konzept, und letzten Endes muss auf die Bedürfnisse und Ansprüche jedes Kindes individuell eingegangen werden.

Oft entsteht der Eindruck das manche Erwachsene keine Ahnung, aber auch einfach kein Interesse daran haben zu verstehen was ihre Geräte eigentlich alles können und tun. Wie sollen dann Kinder beurteilen welche Dienste gut für sie sind, und welche schlecht. Es ist Aufgabe der Eltern ihren Kindern nach und nach einen verantwortungsvollen Umgang mit Technik und Software beizubringen. Die Konsequenzen aus einer zu laschen Herangehensweise können extrem teuer oder sogar gefährlich werden. Wer würde schon in Frage stellen, ob es Sinn macht Kindern das Schwimmen beizubringen? Oder im Straßenverkehr aufmerksam zu sein, nicht mit Fremden mit zu gehen usw. Was diese Dinge angeht sind wir in der Regel sehr aufmerksam, weil sie eine direkt spürbare Konsequenz mitbringen. Im Umgang mit digitalen Medien funktioniert das anders. Die Geräte bedienen menschliche Bedürfnisse indem sie ohne zu hinterfragen alles tun was wir wollen. Sie sind bunt, sie spielen Musik und bieten vieles von dem was wir vermeintlich brauchen. Was die Hersteller wollen das wir brauchen, was ein Algorithmus uns empfiehlt. Dabei werden Profile erstellt, Menschen durch und durch analysiert und kategorisiert. Aber zu welchem Zweck? In der Regel wird damit Geld gemacht unter dem fadenscheinigen Vorwand, den Besitzern der Geräte das größtmögliche Benutzererlebnis zu bieten. Sind wir denn die Besitzer dieser Geräte, oder werden wir selbst nur zum Produkt? All diese Fragen sollte man sich stellen. Und auch wenn es mit den Kindern bereits kontroverse Diskussionen gab, sie haben letzten Endes stark davon profitiert. Profitiert darum, weil sie im Gegensatz zu vielen anderen in ihrem Bekanntenkreis Dinge hinterfragen, nicht alles übernehmen und an einigen Stellen bewusst verzichten. Natürlich hilft es nicht Kindern alles zu verbieten, und grundsätzlich sind digitale Dienste nichts schlechtes. Teilweise komme ich darauf im nächsten Absatz noch zu sprechen. Allerdings können Kinder wie bereits Eingangs erwähnt die Konsequenz aus ihrem Tun alleine gar nicht überblicken. Es fehlt die nötige Erfahrung die sie von ihren Eltern, und natürlich auch in der Schule, mit auf den Weg bekommen müssen.
An dieser Stelle darf man nicht verschweigen dass auch schon Vorzeigeprojekte im Hintergrund Daten abgezogen haben, Projekte auf die kritische Eltern vertraut haben. Das ist aber wieder ein anderes Thema.

@philhoefer hat gestern bei Mastodon einen Post aufgemacht den es in der Art schon unzählige Male gab. Natürlich hat er recht mit dem was er sagt, es ist gut und wichtig Menschen auf Alternativen aufmerksam zu machen. Sie weg zu holen von den Großen, die ihr Geld mit unseren Daten machen und der Verbreitung von offenen Protokollen und freien Netzwerken im Weg stehen. Allerdings ist die Forderung auch immer ein wenig illusorisch. Wir müssen einfach anerkennen dass es Menschen gibt die gerne WhatsApp oder Google, und wie die Großen alle heißen, nutzen.
Ich persönlich bin ausschließlich per E-Mail oder XMPP zu erreichen, die dadurch bedingten "Einschränkungen" nehme ich gerne in Kauf. Allerdings darf man nicht vergessen dass es Menschen gibt die diese Entscheidung nicht einfach so treffen können, oder wollen. Wie im Post klar wird hat sich die Situation meiner Kinder extrem verbessert, seitdem sie WhatsApp nutzen dürfen. Mir gefällt das nicht, ihnen vermutlich auch nicht, leider sind aber auch sämtliche Versuche in der Vergangenheit gescheitert andere von XMPP zu überzeugen. Letzten Endes sollte das alles auch gar keine Rolle spielen, diese Spaltung in Nutzer von diesem Anbieter und jenem Dienst bringt uns nicht weiter. In der Zukunft sollte es gar keine Rolle spielen mit welchem Messenger ich arbeite, wenn alle auf das gleiche Protokoll setzen. Und auch das wurde bereits oft genug an anderer Stelle erwähnt. Mit E-Mail haben wir ein offenes, freies Protokoll welches jeder nutzen kann um andere zu erreichen. Es ist völlig unnötig das beim Messenger jeder sein eigenes Süppchen kocht. Oder das die großen Anbieter freie Protokolle nehmen und etwas ganz anderes daraus machen ohne etwas zurückzugeben. Ohne die anderen miteinzubeziehen. Wenn alle gemeinsam an einer Sache arbeiten und die Ergebnisse für alle offen halten ist das ein großer Beitrag zu einer gesunden Gesellschaft und auch für den Klimaschutz. Am Ende schadet es nur wenn jeder das Rad neu erfindet um es möglichst Gewinnbringend zu verkaufen.

Mir läuft wie immer die Zeit weg. Es gäbe noch so vieles dazu sagen, ich war bemüht alles möglichst kompakt und verständlich zusammenzufassen. Weitere Punkte über die ich im Moment nachdenke, und worüber ich gerne noch etwas schreiben möchte sind:

- Wie viel Energie brauchen wir für einen funktionierenden Haushalt?
- Ständig was kaputt?!
- Tabellen, Statistiken, Kontrolle

Dazu komme ich beim nächsten Mal, ich muss mich für den Broterwerb rüsten. Habt es gut, ich freue mich über Rückmeldungen. Auch gerne per XMPP oder E-Mail. Denn auch wenn ich keine Kommentarfunktion anbiete, positive wie negative Rückmeldungen sind immer interessant.


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