Leicht - Kompakt

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07 August 2021 - Platz, Arbeit und Versöhnung

Beim heutigen Möbelkauf hat sich wieder einmal bestätigt, was für ein Raumwunder mein Dacia Logan MCV ( 2011 ) ist. Gut, die Frau musste gemeinsam mit dem Sohn auf der Rückbank Platz nehmen, wir konnten so aber ein Bett samt der dazugehörigen Matratzen und einen Schrank verstauen. Manchmal muss man erst einmal ein wenig tüfteln ehe die Türen zugehen, bisher gab es aber nichts was ich nicht damit transportieren konnte. Mit dieser Neuanschaffung sparen wir im Zimmer ordentlich Platz, das alte Bett war einfach zu sperrig für den engen Raum. Der neue Schrank verspricht ebenfalls genügend Stauraum, obwohl er im Vergleich zum Alten viel kleiner ist. Dafür sind mehr Böden enthalten, die Bauweise ist kompakter. Im Vergleich war der alte Schrank tatsächlich alt, ich schätze mindestens 70 Jahre.

Heute habe ich meinen Nachbarn am Zaun wieder getroffen, er hat vor nicht allzu langer Zeit erst eine Krebstherapie überstanden. Nun geht es ihm wieder schlechter, er sieht sehr abgemagert aus, und aufgrund eines Luftröhrenschnitts fällt ihm natürlich auch das Sprechen schwer. Wir wünschen ihm noch viel Zeit und baldige Genesung, um ehrlich zu sein geht unsere Vermutung allerdings in eine andere Richtung. Das wäre bedauerlich, nur Einfluss hat man auf den Ausgang leider nicht. Es wäre schön die Gabe zu besitzen kranke Menschen durch bloßes Handauflegen zu heilen, es ließe sich so viel Leid nehmen. Natürlich ist das naives Wunschdenken, denn was lebt muss zwangsläufig auch sterben. Und stellen wir uns doch einmal vor, in dieser Welt in der wir leben hätte einer diese Gabe. Nicht auszudenken wie viel Leid entstehen würde, nur damit einer die Macht darüber hätte. Letzten Endes ist es gut so. Früher oder später müssen wir uns alle unserer Bestimmung fügen, bis es soweit ist wird es das beste sein mit ganzem Herzen an unsere Lieben zu denken und daran zu arbeiten vollkommenes Glück zu finden.

Gartenarbeit bedeutet manchmal auch die Kettensäge anzuwerfen. So geschehen heute bei uns im Garten, denn einer der "Büsche" wurde von einem Pilz befallen und fing an zu faulen. Wir haben ihn unterhalb der befallenen Stelle abgesägt und hoffen nun dass er die Kraft findet neu auszutreiben. Mir fiel heute auch positiv auf, dass ich vor kurzem das Messer des Rasenmähers geschärft habe. Das Schnittbild war viel sauberer, insgesamt lies es sich leichter arbeiten. Und weil es sich so schön arbeitet mit ordentlichem Gerät, haben meine Frau und ich heute die Klinge der großen Gartenschere ausgebaut, entgratet und geschärft. Es sind die kleinen Dinge, ab und an etwas Pflege, die am Ende Geld und Ressourcen sparen. #zeigefingernachoben

Seit unserem Streit hielt unser Nachbar zu uns Distanz, diese bauen wir jetzt Stück für Stück wieder ab. Ich bin kein Freund davon zu mauern, es bringt auch nichts. Ich denke im Gespräch zu bleiben und einen gemeinsamen Kontext zu finden bringt mehr, als darauf zu bestehen den besseren Standpunkt oder klügere Ansichten zu haben. So haben wir uns heute wieder ein paar Minuten auf der Straße unterhalten, ich war gerade mit Mähen beschäftigt. Kern unseres Gesprächs war die junge Tanne, welche in unserem Vorgarten wächst. Wir sollten aufpassen wenn an Heilig Abend eine Kettensäge ertönt, könnte ja sein dass einer das schöne Stück haben möchte. Wir hoffen es jedenfalls nicht, schließlich haben wir doch selbst vor sie zu schmücken. Man merkt ihm an dass er den Kontakt zu uns sucht, hinter seiner rauen Schale ist er nämlich ziemlich einsam.

Dies ist nun das letzte Wochenende unseres dreiwöchigen Urlaubs. Wir haben viel gearbeitet, und doch nur ganz wenig Zeit miteinander verbracht. Meine Frau und ich waren zwar Abends zusammen, allerdings beide hundemüde von den langen Tagen. Die Kinder ziehen sich inzwischen bei allem raus, sie quatschen lieber mit Gleichaltrigen als mit uns alten Säcken. Und ab Montag ist wieder alles wie immer. Zum einen freue ich mich darauf wieder arbeiten zu gehen, auf der anderen Seite sind da einige Kollegen die ich echt nicht leiden kann. Es wird Zeit den nächsten Schritt zu gehen, und endlich eine verdammte Umschulung zu machen damit ich umsatteln kann. Meiner Frau und mir wünsche ich in den nächsten Jahren eine positive berufliche Veränderung, es wäre einfach schön etwas neues anzufangen mit neuen Kollegen und anregenden Herausforderungen.

Habt eine erholsame Zeit, und lasst euch nicht von der Grausamkeit dieser Welt schrecken. Wenn man sich immer zu sehr nur auf das Negative fixiert, sieht man am Ende nichts anderes mehr. Es gibt sehr viel Gutes, lasst uns ein Teil davon sein. Lasst es uns besser machen, damit andere unserem Beispiel folgen können.