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19 Juli 2021 - Baustelle Tag 1

Es ist soweit, jetzt geht es ans Eingemachte. Den Morgen habe ich damit verbracht Rasen zu mähen, Laminat raus zu reißen und die alten Fußleisten von Nägeln zu befreien. Gegen Mittag hatte ich noch verschiedenen Kleinkram zu besorgen, nach dem Mittagsessen dann wurde der Boden von Altlasten befreit. Ich weiß nicht genau wie man das Material nennt, bin auch zu faul zu suchen. Diese Platten wurden genutzt um einen möglichst einheitlichen Untergrund zu erhalten, darauf wurde dann Teppich verlegt. Den haben wir nach dem Hauskauf sofort rausgenommen, heute war der Rest dran. Der erste Hänger ist somit gefüllt, morgen früh bringe ich den Abfall in die Entsorgung. Da ich dann bereits unterwegs bin kaufe ich noch die Dachlatten und Holzplatten, für die spätere Begradigung des Boden. Ob wir ein wirklich ebenes Ergebnis erzielen werden weiß ich nicht. Im linken Zimmer fällt er fast trichterförmig in der Mitte zusammen, das wird kompliziert. Am besten wäre wahrscheinlich Ausgleichsmasse. Die will ich aber nicht nutzen da sie a) zu lange trocknen würde bei der nötigen aufzubringenden Stärke, und b) würde sie vermutlich sonst wohin laufen und mehr Schaden anrichten als nutzen. Außerdem ist da zu viel Holz im Spiel, die Masse würde also auf Dauer Risse bilden. Dann stehen wir wieder am Anfang. Morgen werden die Wände entkernt, um den Boden kümmere ich mich später. Den Lehm, den wir aus den Fächern der Mittelwand entnehmen, möchte ich nutzen um die Zwischenräume des Bodenunterbaus zu verfüllen. Der ist nicht allzu schwer, und so sparen wir uns die extra Kohle wegen entsorgen. Man kann ihn zwar theoretisch wiederverwenden, also als Putz, als Bodenschüttung macht der sich aber sicher auch nicht schlecht.
An einer Stelle sieht man dass es anscheinend schon einmal einen Wasserschaden gab. Das sieht aus wie Schimmel, einen Schwamm schließe ich aus. Anscheinend war die Schadstelle schnell wieder trocken, denn das Holz ist intakt. Ich muss morgen entscheiden ob ich den Mangel mechanisch entferne, oder die drei Bretter ganz austausche. Worüber ich mich ebenfalls gewundert hatte, selbst die Innenwände wurden mit Polystyrol gedämmt. Bei den Außenwänden kann es ich noch ein wenig nachvollziehen, auch wenn das schon eine Todsünde ist. Aber innen? Was will man denn da dämmen? Das kostet alles extra in der Entsorgung.

Mit dem ersten Tag Baustelle bin ich ganz zufrieden. Der Boden ist raus, der Türrahmen und die Fußleisten auch. Es war eine verdammte Drecksarbeit den Boden freizulegen, aber was solls. Das Zeug hat noch immer nach Kleber gerochen, also lieber einen Tag investieren und weg damit.

Ab und an bekomme ich ja mal mit was meine Kinder für neumodische Begriffe verwenden. So wurde heute beim Zocken ein Gegner als "Lucker" bezeichnet. Warum man jemanden nicht einfach als Glückspilz bezeichnet, sondern solche Begriffe verwendet ist mir schleierhaft. Jugendsprache eben.

Ich persönlich nenne seit langem einen elektrischen Mäher mein Eigen. Es wundert mich immer wieder aufs neue, das Menschen (Garten)Geräte anscheinend nur nutzen und nie pflegen. Erst wenn ein Schaden da ist und nichts mehr geht wird sich gekümmert, natürlich nicht ohne über die Kosten zu schimpfen. Wie mein Nachbar, dessen Rasenmäher heute morgen mehr gekotzt als gemäht hat. Aktuell habe ich zwei Kettensägen in der Werkstatt stehen nach denen ich mal schauen soll, da käme wohl irgendwo Sprit raus. Die bleiben jetzt erst mal stehen, vielleicht regelt die Ungeduld des Besitzers die Sache ja von alleine. Ansonsten werde ich die aufmachen, reinigen und entweder defekte Spritleitungen oder einen defekten Vergaser vorfinden. Abwarten. Genauso sollte ich vergangenen Samstag nach eine Benzinheckenschere schauen, die nicht mehr rund laufen und qualmen würde. Gemisch selbst gemischt? Also mal gestartet, und den Choke nach kurzem anlaufen umgestellt. War anscheinend die ganze Zeit an gewesen. Komisch, auf einmal klappt's. Wenn Menschen schon Geräte benutzen, sollten sie auch wissen wie. Wenn die Kaltstarthilfe die ganze Zeit mitläuft... naja, der Papa hat's geregelt.

Beim morgendlichen Mähen fiel mir allerdings ein unschönes Schnittbild auf. Zum Glück hatte ich noch eine Metallfeile im Haus, denn beim Blick auf das Messer wurde mir schnell klar was da Sache ist. Wurde schon länger nicht mehr entgratet und geschärft. Am liebsten würde ich von Hand, also mit der Sense, mähen. Man erwischt ja doch immer wieder viele Insekten, was mir in der Seele weh tut. Das könnte ich mir eigentlich mal aneignen. Meine Frau wird zwar wieder schimpfen weil ich spinne, mir tut es aber ernsthaft um jedes Insekt leid dass ich mit dem Rasenmäher töte. Außerdem sparen wir so wieder ein wenig Energie. Da vom Hausvorbesitzer noch eine Sense über geblieben ist sparen wir auch noch Geld. Und warum auch nicht? Natürlich wird die Gartenpflege so etwas zeitintensiver und anstrengender, oberflächlich betrachtet ist es ein Rückschritt. Wenn es aber hilft die Diversität in unserem Garten zu fördern, sollten solche Überlegungen keine Rolle spielen. Im übrigen, am Rande noch, am Wochenende habe ich die Mordwanze wieder gesehen. Ich konnte auch beobachten wie irgendein Insekt sich Blattläuse geschnappt hat. Der Garten scheint also vielen den Bauch zu füllen, was wir natürlich gerne sehen.

So, es wird Zeit für Abendessen. Das erste Bierchen ist schon gezischt, ein weiteres findet sicher auch noch Platz. Seid zufrieden, und genießt eure Zeit.