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09 Juli 2021 - Wissenschaft und Misanthropie

Unbedingt muss ich den Optiker meines Vertrauens aufsuchen. In der letzten Zeit habe ich wieder öfter arge Kopfschmerzen, verbunden mit Schwindel und Druck in den Augen. Da ich über einen wunderbaren 24" Bildschirm verfüge habe ich einfach mal den DPI Wert von 96 auf 115 erhöht. Ich spüre sofort eine Besserung, das Bild tut nicht mehr ganz so in den Augen weh. Nur leider muss ich gleich feststellen, dass die nächsten Probleme nicht lange auf sich warten lassen. Wie man sehen kann, fehlt ein Teil vom Text in Bluefish. Also den DPI Wert zurück geschraubt. Dann im Programm selbst die Schriftgröße eingestellt, selbes Ergebnis. Wer da wohl der Übeltäter ist? Warum muss es denn immer so verdammt kompliziert sein? Kann ich denn nicht einmal einfach etwas umstellen ohne dass ich mich gleich mit zwei weiteren Dingen beschäftigen muss? Im übrigen spreche ich von allgemeinen, und nicht von linuxspezifischen Problemen. Weil ich keine Lust habe mich damit jetzt rumzuschlagen schreibe ich diesen Beitrag nun mit nano. Ich kann gar nicht oft genug betonen, dass die Konsole in vielen vielen Fällen einen besseren Job erledigt als die GUI. Vielleicht habe ich auch einfach ein Kontrastproblem? Das muss abgeklärt werden.

Natürlich kommen die Probleme ganz sicher daher, dass man zu oft am Tag auf sein Smartphone schaut. Es ist einfach nicht gesund mehrere Stunden am Tag ein so kleines Display zu fokussieren. Aus diesem Grund richte ich im Moment verschiedene Dinge am PC ein, Dinge die ich früher strikt nach Smartphone und PC getrennt habe. Neben einem schonenderem Arbeiten werden auch Webseiten übersichtlicher, Responsive Design stößt ja doch immer wieder an Grenzen. Falls die Betreiber überhaupt davon gehört haben.

Ich bin heute durch einen Toot auf einen Beitrag auf Helmholtz Blogs aufmerksam geworden. Hier ein kleiner Auszug aus deren Vorstellung:

Dies ist das Blog-Portal der Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschlands größter Wissenschaftsorganisation. In den Helmholtz Blogs bloggen Forscherinnen und Forscher aus den Helmholtz-Zentren sowie Mitarbeitende aus den Kommunikationsabteilungen. Das Wissenschaftsblog-Portal teilt sich dabei in mehrere Einzelblogs auf...

Zu meiner Schande muss ich gestehen noch nie davon gehört zu haben. Welch eine Bereicherung, natürlich habe ich sofort die Gesamtliste des RSS Feeds abonniert.

Ein weiterer Beitrag der mir heute aufgefallen ist, war dieser hier. Zitat:

Jeder fühlt sich ein wenig besser, als der Andere. Man spricht weniger offen miteinander, weil man sowieso mehr weiss. Und wenn man nicht mehr weiß, dann will man das kaschieren, damit andere nicht merken, dass man dann doch nicht den Yoda Level erreicht hat.

Ganz unabhängig von diesem Beitrag habe ich ganz ehrlich gesagt in vielen Situationen kein Vertrauen mehr in die Menschheit. Das man sich innerhalb seiner Blase gut aufgehoben fühlt täuscht nicht über brennende Regenwälder, leergefischte Meere, Umweltverschmutzung, wirtschaftsgesteuerte Parteien, Mord und Totschlag, Hunger, Ausgrenzung und Witze darüber dass das Mittelmeer die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat hinweg. Dieser Standpunkt ist natürlich kontraproduktiv, das ist mir auch klar. Er macht es denen schwerer die versuchen etwas zu bewirken, und denen leichter die vom Schaden anderer profitieren. Es ist einfach sehr leicht "die Menschen" zu hassen. Aber wer sind die Menschen denn? DIE sind Ich, sind du und alle anderen auch. Wenn die Menschheit versagt dann darum weil wir versagt haben. Weil wir nicht genug getan haben um das Ruder rumzureißen. Weil wir bequem von der Couch aus zugesehen haben. Es gäbe sovieles darüber zu schreiben, aber ich fürchte es käme nichts neues dabei heraus. Was schief läuft wissen wir schließlich, es liegt an jedem einzelnen den Wandel zu gestalten. Hin zu einer Gesellschaft ohne Klassen, Hunger oder Ausbeutung. Merkste was? Utopie. Soweit wird es nie kommen fürchte ich. Der Mensch ist Jäger und Sammler geblieben, ist offensichtlich dazu bestimmt in allem was er erschafft Grüppchen zu bilden deren Zweck es ist nur diejenigen zu fördern die ihnen angehören.

Ja, ich hasse die Menschheit. Aber ich liebe sie auch und vieles was sie geschaffen hat. Musik, Kunst, Poesie, Fotografie, all diese Dinge und vieles mehr. Ich sehe darin keinen Widerspruch. Wir haben die Wahl, und ich entscheide mich aufs Neue für das Gute.