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02 Juli 2021 - Kurzer Wochenendschau

Endlich Freitag, endlich Wochenende. Endlich Feierabend? Wohl kaum. Dieses Wochenende möchte ich ernsthaft nutzen um einige Dinge zu erledigen die bereits zu lange aufgeschoben wurden. Eines davon könnte sein meine liebe Frau zum Essen einzuladen, wenn sie denn will. Und wenn es nur eine einfache Pizza wäre, Hauptsache raus aus den eigenen vier Wänden. Und vor allen Dingen als kleine Entschuldigung dass ich heute Morgen so ungeduldig war.

Gestern auf dem Bau habe ich eine Band gehört die ich schon lange nicht mehr gehört habe, die Böhsen Onkelz. Die Onkelz waren eigentlich DIE Band in meiner Jugend für mich gewesen. Der Erstkontakt fand ungefähr 1996 statt. Der Name des Albums, welches irgendein Stecher von irgendeiner Freundin meiner Mutter da anschleppte, lautete "Hier sind die Onkelz". Ich fühlte mich sofort angesprochen. Die Lieder zu Themen wie Hass, Leid aber auch Individualismus und Unabhängigkeit klangen wie Engelsgesang in meinen Ohren. Mit dieser Band hatte ich ein Sprachrohr für meine Ablehnung gegen so ziemlich alles gefunden. Der Titel der gerade läuft, und der auch gestern die Arbeit auf dem Bau lautstark begleitet hat heißt Regen. Die Botschaft ist nach wie vor aktuell. Der Mensch vernichtet alles, blind vor Hochmut und Dekadenz, bis am Ende der Regen kommt und alles Leben auslöscht. So wird es wohl auch kommen, wenn wir nicht anfangen klüger zu agieren. Da sehe ich aber schwarz. Na ja, inzwischen bin ich ja mindestens 25 Jahre älter und sehe vieles mit anderen Augen. Den wütenden Jungspund von damals gibt es nicht mehr. Er hat sich in der Zwischenzeit viele male selbst reflektiert und so manches mit anderen Augen zu sehen gelernt. Auch für die Onkelz stand die Zeit nicht still und so manche ihrer leicht eingängigen Botschaften halte ich heute für überholt. Da waren zu viele, die sich im Suff so manches in die Hand versprochen haben. Am Ende war eben doch Ebbe. Der einzig verlässliche Begleiter in unserem Leben ist eben doch nur die Zeit, alles andere trägt sie nach und nach davon.

So, der Schwager verlangt nach Bau! Ich wünsche Glück und Zufriedenheit!