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07 Juni 2021 - Mut zu Scheitern

Der Begriff Scheitern steht für Verlieren, für etwas das wir nicht geschafft haben, dafür dass aus heiterem Himmel alles zusammenbricht. Scheitern hat viele Gesichter. Wir haben alles getan, gekämpft und gelitten, und doch war alles vergebens. Vielleicht scheitern wir Beruflich, am Partner, am Leben. Wie auch immer. Wir stranden, sehen keinen Ausweg und es scheint als sei alles umsonst gewesen. Als habe man auf ganzer Linie versagt, weil man dumm war. Naiv, zu wenig umsichtig. Oder die anderen sind schuld, weil sie nicht erkannt haben welches Potential in uns schlummert. Weil sie unsere Ideen für falsch hielten, oder weil sie einfach nur alles dafür tun würden uns zu stürzen um selbst weiter zu kommen.

Was bleibt ist ein Gefühl von Zerrissenheit. Wir werden ständig mit unserem Scheitern konfrontiert. Fühlen uns beobachtet, man spricht darüber hinter vorgehaltener Hand. Wir schämen uns. Die Lebensumstände ändern sich, man kann sich Dinge nicht mehr leisten, Menschen von denen man gedacht hatte dass sie Freunde wären melden sich nicht mehr. Kurzum, das eigene Leben wird zur Hölle, scheinbar ohne Ausweg.

Die Blüte des Weißen Sonnenhut

Aus dieser Zwickmühle wieder heraus zu kommen braucht Zeit, und Ruhe. Die Gedanken müssen sortiert, neue Gefühle, veränderte Lebensumstände akzeptiert werden. Wir müssen an den Punkt gelangen, an dem wir uns selbst und unser Scheitern annehmen, wo Raum ist zu Atmen und neue Kraft zu tanken. Ja wir sind gescheitert, aber es hat auch etwas gutes. Wir haben vielleicht manches erkannt was wir so vorher nicht gesehen haben, haben festgestellt wer tatsächlich ein Freund ist und wer nicht. Und vielleicht war es am Ende sogar gut aus all dem herausgerissen worden zu sein. Unbewusst hat die ganze Situation uns vielleicht sogar schon lange zermürbt. Wir haben es nur nicht zugegeben, wollten gar nicht wahr haben das etwas nicht stimmte. Oder wir erkennen ganz einfach das wir auf das falsche Pferd gesetzt haben. Die Erkenntnis ist so vielfältig wie das Scheitern selbst.

Scheitern bedeutet das Wände eingerissen werden, dass alles was wir kennen bis aufs Fundament heruntergerissen wird. Wir lernen zu akzeptieren und finden inneren Frieden. Wir erkennen Potential in der Veränderung. Endlich neuer Raum, genügend Platz für neue Ideen und neue Ziele. Eine zweite Chance, eine Möglichkeit von vorne anzufangen. Es war eine harte Kur, aber wir haben dazu gelernt. Die Erfahrung, uns selbst aus diesem Blickwinkel erlebt und überlebt zu haben, nimmt uns keiner mehr. Sie macht uns stärker, zeigt Wege unsere Leben neu zu gestalten.

Wenn wir Scheitern als etwas natürliches annehmen, lernen wir über uns selbst hinaus zu wachsen und somit zu glücklicheren Menschen zu werden. Es war gar nicht alles schlecht. Es hat halt nicht sollen sein, es tut gut neue Wege zu gehen.