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29 Dezember 2021 - Abschied und Sachen

Die letzten beiden Tage haben sich sehr gut angefühlt. Rückblickend war gar nicht mal so viel los, ich war einfach viel unterwegs was sich gut angefühlt hat. Besonders gefreut habe ich mich als ich gestern zur Bank gefahren bin um Bargeld einzuzahlen. Wir sammeln Kleingeld in einem alten 750g Nutella Glas. Nach meiner Schätzung hätten es nicht mehr als 30-40€ sein dürfen. Am Ende waren es aber knapp 93€, was ich schon ziemlich geil fand. Es zeigt sich wieder einmal dass die Dinge sich fügen, denn ich hatte geplant nach der Einzahlung noch neue Hosen für mich zu kaufen. Das habe ich dann auch getan. Es sind zwei Stretch-Jeans geworden, eine helle und eine dunkle. Mir ist es um die Ausgabe für Anziehsachen immer etwas schade, ich fühle mich schlecht dabei wegen dem Gefühl Geld aus dem Fenster zu werfen. Diese Emotion wird aber schnell von Freude abgelöst wenn ich die Sachen dann trage. Dieses Mal war es ganz anders, wohl wissend das diese Ausgabe aufgrund des Kapitals aus dem Nutella Glas kein unschönes Loch in die Kasse reißen würde.

Inzwischen bin ich in der dritten Urlaubswoche angekommen und fühle mich auch so. Schade dass es in absehbarer Zeit wieder weiter geht, ich könnte mich glatt daran gewöhnen frei wie ein Vogel in den Tag zu starten. Seit heute klingelt der Wecker wieder morgens um Sieben, einfach um dem Tag etwas mehr Struktur zu verleihen. Heute gab es früh Aufstehen nur zur Probe, ab morgen wird dann auch tatsächlich aufgestanden.

Später habe ich dann das Obergeschoss durchgewischt. Unter der Couch der Kinder fanden sich neben einem leeren Milchkarton und Verpackungen von Süßkram noch Gummibärchen und Chipsreste. Ich habe es aufgegeben das zu kommentieren und nehme es hin. Dafür riecht es jetzt wieder sehr frisch im Haus, es hat sich also gelohnt. 😃

Hier zwei Versionen eines Entwurfes der mir heute in den Sinn kam. Ich mag an sich nichts militärisches, fand die Formen optisch dann doch recht ansprechend.

Maske in hellgrünMaske in dunkelgrün

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu. Ein an Ereignissen nicht armes Jahr würde ich behaupten. Wir haben eine neue Regierung gewählt, eine verheerende Flutkatastrophe erlebt, zugesehen wie Afghanistan innerhalb kürzester Zeit mühevoll aufgebaute Strukturen verliert. Menschen sind gestorben. Einige aus dem nahen Umfeld, andere die wir nicht kannten die unser Leben aber doch auf die eine oder andere Weise beeinflusst haben. Wir erleben nach wie vor eine Pandemie, aus unterschiedlichen Blickwinkeln und ganz verschiedenen Auswirkungen auf unsere Leben. Zudem haben wir gerade die wohl komplexeste von Menschenhand gebaute Konstruktion ins All geschossen, um Forschung zu betreiben und mehr über die Geschichte des Alls herauszufinden. Dazu dann noch das übliche. Ein Freund wurde von seiner Frau verlassen, hat Haus und Hof verkauft. Seit kurzem ist er wieder in Deutschland, gemeinsam mit seiner neuen Lebensgefährtin aus Brasilien. Sie haben diese Woche innerhalb eines Tages eine Wohnung gesichtet, den Mietvertrag unterschrieben und das neue Heim bezogen. Mein Schwager hat sein Haus bezogen, ist zum zweiten Mal Vater geworden. Meine Frau hatte Corona, wie auch einige andere im engeren Dunstkreis. Zu Weihnachten hat sie für alle Kolleginnen wunderbare Bärchen im Amigurumi Stil gehäkelt, was sehr zeitintensiv aber schön war. Ich habe die Zimmer meines Großen umgebaut, mir einen Bänderriss zugezogen und begonnen mich mit Zeichnungen und Vektografik zu beschäftigen. Dieser Blog ist im Mai geboren.

Wir alle haben viel gesehen, eine Menge dazu zu erzählen und vermutlich sogar noch mehr vergessen. Mit diesem Jahr endet nur ein Abschnitt, ein neuer folgt in Kürze. An Ende ist es nicht einmal das. Die Sonne wird wie jeden Tag untergehen und nach ein paar Stunden Dunkelheit diese ablösen so wie jeden Tag. Was wir daraus machen liegt ganz bei uns. Dabei fasse ich mir selbst ein wenig an die Nase.

Ich denke wir lesen uns dieses Jahr nicht mehr. Nutzt die kommenden Tage wenn ihr noch Urlaub habt, den Arbeitenden unter euch wünsche ich ruhige Schichten. Habt es gut.

Quellen:

1. nasa.gov | Fremdseite ausserhalb Europas | Informationen zum James Webb Weltraumteleskop