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15 Dezember 2021 - Aufgerundet, morgendliche Nervensägen und Weihnachten

Heute wird aufgerundet, im dreistelligen Bereich. Dies ist der einhundertste Beitrag, den ersten habe ich fast auf den Tag genau vor acht Monaten geschrieben. Seitdem hat sich manches getan, vor allen Dingen aber an den optischen Elementen habe ich immer wieder gearbeitet. Wer schon früher hier war wird sich an eine andere Aufteilung erinnern, an mehr Farbe, an ein mehr schlecht als recht gemachtes Fotoalbum und einiges mehr. Dieser Blog ist nach wie vor einem Prozess unterworfen dem ich freien Lauf lasse. Er will nicht gefallen, er will sich entfalten und frei sein. Vielleicht magst du ihn ja gerade deswegen weiterhin begleiten.

Ich habe Lust auf Kreativität, wenn die Zeit es erlaubt. Zuletzt fühlte ich mich zu einem Totenkopf hingezogen. Ich habe mich für ihn entschieden da er für mich einen starken symbolischen Wert hat. Nicht wenige verbinden ihn mit einer Drohung, mit Gewalt, mit Niedergang. Für mich verkörpert er das Leben und die damit verbundene Vergänglichkeit zugleich. Wenn wir Menschen begegnen und sie ansehen beobachten wir mehr oder weniger bewusst ihre Körpersprache. Wir riechen sie, wir erriechen sie. Wir schauen in ihre Augen, spüren im besten Fall ihre Energie. Nach dem Ableben bleiben nur ihre Gebeine als stumme Zeugen zurück. Keine Blicke mehr, keine Stimme, kein Lachen, keine Emotion. Und doch, ihre Körper behalten Spuren des Lebens zurück. Erzählen uns von ihnen und lassen uns erahnen um wen es sich gehandelt haben könnte. Oder wir verknüpfen sie mit Erinnerungen an geliebte Menschen, an gemeinsame Erlebnisse. Bei Funden aus der tieferen Vergangenheit stellen wir uns die Frage nach Geschichte, Lebensweise und Geschicken. Zwar ist unser Körper letzten Endes nichts anderes als ein aus Fleisch und Knochen gebautes Fortbewegungsmittel. Und doch ist er ein hoch komplexes, einen ständigen Kampf ums Leben austragendes Gebilde. Strom fließt hindurch, Informationen werden verarbeitet, ein Leben lang. Wir können fühlen, denken, Dinge erschaffen. Wir werden in Fleisch geboren, wir erkennen uns selbst, und können uns auch selbst zerstören.

Wir wissen schließlich alle genau wie gut es tut nach dem Aufwachen warme Körper zu ertasten, feuchte Lippen zu suchen, zu küssen und Körperflüssigkeiten auszutauschen.

Hach, Urlaub. Wie schön nicht verpflichtet zu sein, und wenn nur dem Arbeitgeber gegenüber. Diese Pflicht ist nicht wirklich weg, sie ruht nur für einen vorher genau definierten Zeitraum. Wer nicht ruht ist der liebe Pittelkater. Der sitzt nämlich bereits zwischen halb Sechs und Viertel vor am Bett und miaut. Bis wir wach sind und bereit sind aufzustehen wohlgemerkt. Es ist nicht so dass es an etwas mangeln würde, vielmehr drückt der Freiheitsdrang. Dann sind da noch die Kinder. Diese jungen frechen lieben Dinger die morgens um Sechs aus den Betten steigen müssen um ihrerseits Pflichten nachzukommen. Nämlich der Schulpflicht. Hier in Rheinland Pfalz bis zum 22.12., bis dahin hat es sich mit lange im Bett liegen. Man könnte auch mit der lieben Frau Arm in Arm aufwachen, den Tag mit Sex beginnen und im Anschluss einen Kaffee trinken. Wir wissen schließlich alle genau wie gut es tut nach dem Aufwachen warme Körper zu ertasten, feuchte Lippen zu suchen, zu küssen und Körperflüssigkeiten auszutauschen. Weiterer Vorteil, danach ist es auch schon hell. Aber Nein, die Frau hat ja Corona. Und so träume ich meinerseits vom 23.12., denn dann ruht auch die Schulpflicht für einen fest definierten Zeitraum. meine Frau mag dann vielleicht auch wieder Sex, und den scheiß Pittelkater lasse ich Abends einfach gar nicht mehr rein. Träumen ist erlaubt.

Wo wir gerade vom Pittelkater sprechen, gestern war es wieder soweit. Was denn?, werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen. Nun, es war wieder einmal Zeit ihn gegen seinen Willen in eine enge Transportkiste zu zwängen, mit dem blöden Auto zu fahren und ihm bei der Tierärztin eine Spritze und Tabletten einzuverleiben. Meine Jacke hat Schaden genommen, ebenso wie meine Hände. Das sah die Tierärztin, und sie empfahl mir die alte Transportkiste gegen eine neuere einzutauschen. Katzen würden es generell nicht mögen in ein so enges dunkles Loch gezwängt zu werden. Was soll ich sagen? Sie hat recht. Ich habe nun einen tragbaren Weidenkorb für Katzen bestellt. Zum einen dürfte dieser wesentlich bequemer sein, zum anderen passe ich da dann mit den Fingern durch das Gitter um ihn zu streicheln was ihn während der Fahrt zusätzlich beruhigen dürfte. Mir war die Ausgabe für eine Autofahrt im Jahr immer zu schade, auf der anderen Seite hat der Pittelkater sehr gelitten. Als wir Zuhause waren hat er sich sofort ins Bad zurückgezogen, wo er sich sonst nie aufhält. Nach etwas Nassfutter und ganz ganz ganz viel Schmuseeinheiten in Kombination mit noch mehr bürsten ging es dann wieder. Inzwischen ist er zu einem stattlichen Kater herangewachsen und weiß sich zu wehren, wenn der Korb hilft ist es gut investiertes Geld.

Heupferd in gelber Ringelblume

Der Weihnachtsbaum steht, war ihn heute holen. Das war eine Sache von 2 Minuten. Gesehen, für gut befunden, aufgeladen und das wars. Der Händler ist hier im Dorf ansässig, was praktisch ist. Ich finde er passt genau an seinen Standort, wenn man mal davon absieht dass er eigentlich in die freie Natur gehört und nicht in ein Wohnzimmer. Aber mich fragt ja keiner. Schmücken werde ich ihn nicht, das ist Sache der zweiten Gewalt hier im Haus. Mich kann Weihnachten mal. Meine Kinder haben von mir schon alles bekommen. Mein Sohn hat seinen Bildschirm und einige andere Dinge technischer Natur. Meine Tochter habe ich vor den Rechner gesetzt, die durfte sich selbst aussuchen was ihr gefällt. Ist mir egal. Ich kann auf den ganzen Schmu verzichten. Ich freue mich auf das gemeinsame Essen, auf die gemeinsame Zeit. Der Rest ist nur Geschichte oder kapitalistischer Scheiß. Braucht kein Mensch. 😎

Im übrigen geht es meiner Frau wieder besser. Sie ist zwar noch nicht übern Damm, aber ein Ende ist in Sicht. Inzwischen sind es 7 Kolleginnen und, haltet euch fest, 28 Kinder die positiv auf das Virus getestet wurden. Das ist mal eine Zahl. In einem befreundeten Haushalt sind alle vier Mitbewohner krank, in unserem Dunstkreis mehren sich die Fälle spürbar. Gut dass die Quarantäne für meine Frau bald endet. Ich bin froh wenn wir alle gut durch kommen und die letzten Tage in diesem Jahr noch stressfrei durchdrücken können.

Das war es heute von mir. Ich wünsche euch alles Gute, bis zum nächsten mal.