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17 Mai 2021 - Hass und Vorurteil

Warnhinweis:

Im folgenden Beitrag werden Begriffe und Formulierungen in gekürzter und ungekürzter Form genannt die menschenfeindlich und beleidigend sind aber nicht meine persönliche Meinung abbilden. Sie sind Teil von Begegnungen von denen ich hier schreiben möchte. Wenn du minderjährig, gerade in schlechter Verfassung oder generell sensibel bist, solltest du die folgenden Erläuterungen besser nicht lesen.

Ihr kennt das sicherlich wenn man sich mit jemandem unterhält und derjenige abfällig über jemand anderes spricht. So weit erstmal kein Problem könnte man jetzt meinen, kommt schließlich schnell mal vor dass man sich wegen wer weiß was in die Haare kriegt. Gelästert ist schnell, haben wir alle mal. Davon spreche ich aber gar nicht. Ich spreche von Fremdenhass. Von rassistisch motivierter Hetze auf Basis optischer Merkmale. Merkmale die jeder von uns mitbringt, die dennoch unterschiedlich bewertet werden.

Wenn man dann nachhakt bekommt man ganz oft Sätze zu hören wie: "Darf man denn jetzt im eigenen Land schon gar nichts mehr sagen?", oder "Ich habe ja nichts gegen die". Besonders haarsträubend fand ich, als ich jemanden fragte, warum er denn gewisse Leute als K... bezeichnet. Die Antwort lautete: "Das bedeutet Mensch!" Aha, ok. Warum nennst du sie dann nicht einfach so, anstatt ein so abwertendes Wort zu benutzen, das im übrigen deine Absichten ganz klar durchscheinen lässt? Oder ein ganz starker Ausdruck, den neulich jemand gebracht hat:"Die Schwarzgewichsten." Auf meine Frage, wo er denn den Unterschied zwischen Dunkel- und hellhäutigen Menschen sieht, bekam ich die Antwort, gepaart mit einem Lachen: "Ich habe nicht solange in der Sonne gelegen!" Als ich ihm dann die Schwere seiner Worte gezeigt habe und dass der Begriff gleichzusetzen ist mit "N", war ihm das dann doch sehr unangenehm. So war es ihm ganz recht, dass wir uns wenig später wieder gesehen haben und er auf einen bulgarischen Kollegen zeigen konnte, um zu sagen: "Den da kann ich zum Beispiel gut leiden, der ist ein guter Kerl!" Der scheint sich ja irgendwie von denen abzuheben. Oder liegt es ganz einfach daran, dass ihr schon öfter miteinander arbeiten musstet und somit eine gewisse Scheu überwunden wurde, und der Kollege die Gelegenheit hatte sein Können unter Beweis zu stellen? Wenn man mal die Mauern im eigenen Kopf überwunden hat, ist auch mehr Platz für Akzeptanz und ein faires Miteinander.

Die Realität zeichnet oft ein anderes Bild. Es wird nicht gesprochen, es wird sich abgesondert. Gewohnte Räume werden verlassen, um ja keinen Kontakt zu haben, weil man sich gestört fühlt. Statt offener Worte wird unter vorgehaltener Hand gelästert. Probleme lassen sich nicht totschweigen, sie werden dadurch nur größer. Erinnert ihr euch noch das es früher stellenweise nicht so einfach möglich war von einem Dorf ins andere zu gehen ohne Gefahr zu laufen eins aufs Maul zu kriegen? Erfahrungen wie diese sind es, die solche Menschen geprägt haben, die ihnen ein durch und durch toxisches Weltbild eingepflanzt haben. Den Glauben dass es Menschen gibt die besser sind nur wegen ihrer Herkunft oder materieller und wirtschaftlicher Vorteile.

Klar sind wir unterschiedlich, wir alle. Zum Glück gibt es noch genug Menschen, die weltoffen sind in ihrem Denken und ihrem Handeln. Es geht auch nicht darum eine heile Welt zu zeichnen und zu jedem Preis konform zu sein. Ein Miteinander ohne Konflikte ist wohl kaum denkbar. Es geht darum Menschen eine Chance zu lassen. Egal woher sie kommen, welche Hautfarbe sie haben oder wie klug sie sind. Das sind alles Dinge, die wir uns nicht aussuchen, aber wie wir mit anderen umgehen, können wir uns aussuchen.